Radiologen Nürnberg

Computertomografie (CT)

Was ist eine Computertomografie?
Die Computertomografie oder auch das CT, wie es häufig abgekürzt wird, ist eine dreidimensionale, radiologische Darstellung des menschlichen Körpers mit Hilfe von Röntgenstrahlen. Während der Untersuchung wird der Patient auf einer Liege durch einen Ring gefahren, in dem sich eine rotierende Röntgenröhre und Strahlendetektoren befinden. Je nach Gewebedichte wird diese Strahlung im Körper des Patienten abgeschwächt. Ein Computer errechnet aus den gemessenen Daten anschließend anatomisch detailgenaue Schnittbilder, ähnlich einer einzigen Scheibe eines angeschnittenen Laibes Brot. Der Radiologe kann mit Hilfe dieser Bilder krankhafte Veränderungen im Körper in allen Raumrichtungen erkennen und fachärztlich beurteilen.
Häufige Fragestellungen für die Computertomografie kommen aus der Bauch-, Brust- und Unfallchirurgie. So können mit einer sehr hohen Sensitivität entzündliche oder tumoröse Prozesse dargestellt werden. Auch einige Knochenbrüche werden erst im CT erkannt oder der Unfallchirurg benötigt eine exakte räumliche Darstellung der Verletzung zur Operationsplanung. Eine besondere Stärke der Computertomografie liegt in der Akutdiagnostik von Schlaganfällen oder Blutungen im Kopf.
Letztlich bietet uns das CT die Möglichkeit, vielzählige krankhafte Veränderungen im menschlichen Körper exakt zu erkennen und diagnostisch zu werten.
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Ist die Strahlung für den Patienten gefährlich?
Tatsächlich wird der Patient bei eine Computertomografie während der Untersuchung ionisierenden Strahlen ausgesetzt. Um eine Vorstellung über deren Menge zu bekommen, mag der Vergleich mit der natürlichen Strahlung herangezogen werden: Durch kosmische und die Umgebung erfahrene Radioaktivität muss ein Mensch in Deutschland im Durchschnitt mit einer jährlichen Dosis von etwa 2,9 mSv rechnen. Eine CT-grafische Darstellung des Bauchraumes belastet den Patienten mit bis zu 10 mSv, also dem mehr als Dreifachen. Im Vergleich hierzu liegt die Dosis bei einer einfachen Röntgenaufnahme der Lunge bei ungefähr 0,01 mSv, einem Tausendstel einer CT-Untersuchung. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Indikationsstellung zu einer Computertomografie verantwortungsbewusst überlegt werden muss. Der Radiologe wird daher bei jedem angeforderten CT die Sinnhaftigkeit der Untersuchung noch einmal genau überprüfen. Vielleicht kann der Facharzt für Radiologie dem Patienten in Rücksprache mit dem zuweisenden Kollegen hierbei auch strahlungsärmere oder sogar strahlungsfreie, diagnostisch gleichwertige Alternativen anbieten.
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Trotz allem besteht kein Grund zu einer übertriebenen Strahlenangst. Ein beruflich Röntgenstrahlung ausgesetzter Mensch, wie z.B. ein Radiologe, kann gesetzlich festgelegt bis zu 20 mSv pro Jahr tolerieren, ohne gesundheitsgefährdende Folgen befürchten zu müssen. Ein Langstreckenpilot, der im Jahr 50-mal den Atlantik überquert, erfährt eine zusätzliche jährliche Strahlendosis von etwa 4 mSv. Erst ab 100 mSv pro Jahr scheint das Risiko für eine strahlenbedingte Erkrankung statistisch gering erhöht zu sein.
Kontrastmittel bei einer Computertomografie
Bei Darstellungen des Bauch- oder Brustraumes im CT wird dem Patienten in der Regel ein jodhaltiges Kontrastmittel gespritzt. Dieses erlaubt dem Radiologen wesentlich genauer krankhafte Prozesse im Körper zu erkennen und auch in ihrer klinischen Bedeutung exakt zu interpretieren. Vereinzelt kann es zu allergischen Reaktionen auf jenes Kontrastmittel kommen. Diese erkennt der Radiologe und kann unverzüglich eine Behandlung einleiten. In den allerwenigsten Fällen ist die ohnehin sehr seltene Reaktion auf das Kontrastmittel derart ausgeprägt, dass eine stationäre Aufnahme des Patienten erforderlich wird.
Nicht selten ist es bei Bauchuntersuchungen erforderlich, den Darm zusätzlich mit einem Kontrastmittel zu füllen. Hierzu trinken Sie ein bis zwei Stunden vor der Untersuchung eine ebenfalls jodhaltige Flüssigkeit. Diese wird nicht vom Körper aufgenommen und später vollständig über den Darm wieder ausgeschieden. Das orale Kontrastmittel vertragen die Patienten nahezu immer komplikationslos.
Um Kontrastmittelzwischenfälle möglichst schon im Vorfeld zu vermeiden, schätzt der Radiologe Ihre persönlichen Risiken bereits vor jeder Untersuchung durch etwaige Vorberichte, Laboruntersuchungen und eine schriftliche Patientenbefragung sorgfältig ab und berät Sie gerne bei ihren Fragen. Selbstverständlich steht das persönliche Einverständnis des aufgeklärten Patienten für uns zwingend vor jeder CT-grafischen Untersuchung.
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CT in der Schwangerschaft
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In der Schwangerschaft sollte insbesondere in den ersten drei Monaten grundsätzlich auf eine CT-grafische Untersuchung des Körperstamms verzichtet werden. Weniger kritisch ist nach heutigem Stand der Wissenschaft die CT-grafische Darstellung des Kopfes zu sehen.
Sollte es im medizinischen Notfall oder aus Unwissenheit über eine Schwangerschaft dennoch zu einem möglicherweise fruchtschädigendem CT gekommen sein berechnet ein Strahlenphysiker genauestens das Risiko für den Embryo bzw. den Fötus. Nahezu immer können danach Arzt und Physiker die werdenden Eltern beruhigen.
Was müssen Sie vor einer CT-Untersuchung beachten?
Vor jeder kontrastierten Computertomografie sollte Ihr Hausarzt oder der zuweisende Kollege einige wenige Blutwerte bestimmen lassen. Eine unauffällige Nieren- und Schilddrüsenfunktion erlaubt dem Radiologen die Gabe von Kontrastmittel, ohne eine Stoffwechselstörung oder Nierenschädigung befürchten zu müssen.
Frauen im gebärfähigen Alter sollten vor jedem CT eine Schwangerschaft sicher ausschließen.
Manchmal ist es erforderlich, bestimmte Medikamente kurzzeitig abzusetzen.
Aufnahmen und Berichte von Voruntersuchungen helfen dem Radiologen, die neu gewonnenen Bilder besser zu interpretieren. Bringen Sie diese daher möglichst zu Ihrem Termin mit.
Wir besprechen Ihre Fragen zur Computertomografie und etwaige individuelle Risiken immer rechtzeitig vor jeder Untersuchung mit Ihnen und beraten uns gegebenenfalls auch mit Ihrem Hausarzt und dem zuweisenden Kollegen.
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